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Unsere Tasting Notes

85. Speyburn Clan Germany Tasting

Compass Box Brûlée Royale (Whiskybase ID: 276854)

Nase: Mild und einladend. Gleich zu Beginn steigen helle Früchte auf, vor allem Birne. Reif, saftig. Dahinter liegt eine angenehme Wachsnote, die dem Ganzen Struktur gibt. Ein Hauch Ingwer sorgt für feine Würze, frisch geschält, leicht zitronig. Der namensgebende Eindruck ist tatsächlich da. Crème brûlée, warm, mit karamellisierter Zuckerschicht. Dazu Puderzucker, der sich wie ein feiner Schleier über die Aromen legt. Ein sanfter Rauch schleicht durch den Hintergrund. Die Frucht bleibt präsent. Birnen, etwas Apfel vielleicht, dazu eine leicht parfümierte Note, die an Blütenhonig erinnert. Mit ein paar Tropfen Wasser wird das Bild runder und süßer. Die Dessertseite gewinnt an Gewicht. Der Rauch bleibt höflich im Hintergrund.
Mund: Am Gaumen weich und cremig. Der Einstieg ist angenehm rund. Malz und Gerste zeigen sich deutlich, fast wie frischer Teig oder warmes Getreidebrot. Ein sanfter Pfeffer blitzt auf, begleitet von einer feinen herbalen Kante. Eine leichte Säure sorgt für Frische und hält die Süße in Schach. Wachsige Noten geben Struktur. Dazu geschälter Ingwer, würzig, leicht scharf. Im Mittelteil tauchen Heu und trockene Wiesenkräuter auf. Honig legt sich darüber und verbindet alles miteinander. Die Textur bleibt cremig, beinahe dessertartig. Mit Wasser wirkt der Whisky harmonischer. Die Würze integriert sich besser. In der Atemluft zeigt sich nun auch ein kleiner Hauch Rauch.
Fazit: Sehr lecker und charmant, aber bei dem Preis kratzt selbst die karamellisierte Zuckerschicht ein wenig am Budget.


Speyburn 8yo 50% Cooper's Choice (Whiskybase ID: 281875)

Nase: Fruchtig vom ersten Moment an. Dunkle Früchte steigen zügig in die Nase. Schwarze Johannisbeeren stehen klar im Vordergrund. Dahinter zeigt sich eine deutliche Portweinnote. Leider erinnert sie eher an die einfacheren Vertreter dieser Kategorie. Süß, etwas kantig. Amarenakirschen folgen und bringen eine sirupartige Tiefe. Dann wird es würziger. Liebstöckel taucht auf, diese herbe, fast suppige Kräuternote. Dazu eine trockene Würze. Die Säure meldet sich früh. Sie wirkt etwas unruhig. Ein Hauch Schwefel schleicht durch das Aromabild. Nicht dominant, aber wahrnehmbar. Der Alkohol bleibt nicht im Hintergrund. Er stichelt. Kein brutales Brennen, eher kleine Nadelstiche. Insgesamt wirkt die Nase durchaus lebhaft, aber auch etwas unausgeglichen. Der Portwein drängt sich in den Vordergrund und lässt dem Destillat wenig Raum.
Mund: Der erste Schluck bestätigt den Eindruck der Nase. Portwein. Viel Portwein. Dunkle Fruchtsüße, rote Beeren, wieder diese Amarenakirschen. Doch der Alkohol zeigt hier deutlich mehr Zähne. Scharf. Spürbar zu präsent. Der Portweineinfluss wirkt kräftig, fast übermäßig. Das Destillat kämpft ein wenig um Aufmerksamkeit. Süße, Säure und herbe Töne stehen nebeneinander. Sie finden nicht ganz zusammen. Mit Wasser wird es überraschend noch schärfer. Die Säure tritt deutlicher hervor. Eine herbe, fast tanninartige Note entsteht. Gleichzeitig bleibt eine deutliche Süße bestehen. Gerade im Abgang zeigt sich diese Süße sehr klar. Fast klebrig, wie ein letzter Rest Portwein im Glas.
Fazit: Er ist unterhaltsam, aber hat zu wenig Whisky im Portwein.


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